Impulsreferate 2021

Der Anlass «Angewandte Psychologie für Arbeit und Wirtschaft» fand am Dienstag, 1. Juni 2021, online per Zoom statt.

Teamentwicklung im agilen Umfeld – gezielt und nachhaltig

Prof. Dr. Andreas Krause, Lic. phil. Marcel Baumgartner, MSc Jonas Mumenthaler

In einem Forschungsprojekt mit agilen Teams konnten die neun wichtigsten psychologischen Wirkfaktoren für eine gezielte und nachhaltige Teamentwicklung identifiziert werden.

Sie erhalten Einblicke in ein systematisch aufgebautes Tool, das aufbauend auf den neun Wirkfaktoren Teams dabei unterstützt, schrittweise ihre Zusammenarbeit zu verbessern und sich stetig weiterentwickeln zu können.

Förderung von Diversität im Innovationsbereich: Ansätze, Herausforderungen, «Good Practices»

Prof. Dr. Brigitte Liebig, MSc Debora Mittner

Diversität gilt als wichtiger Erfolgsfaktor im Innovationsbereich – wenn die Bedingungen stimmen! Das «Toolkit: Women & Diversity in Innovation» bietet Ansätze, mit denen KMU und Grossunternehmen die Diversität ihrer Belegschaften im Innovationsbereich fördern und die Vielfalt von Ideen und Potentialen im Betrieb vermehrt für Innovationen nutzen können. Darüber hinaus zeigt das Toolkit Lösungen auf, um die Anliegen einer vielfältigen Kundschaft besser einzuschätzen, Teamprozesse zu verbessern oder Produkte und Services marktgerechter zu entwickeln.

Im Beitrag werden einige der Instrumente und deren Einsatz in der Unternehmenspraxis aufgezeigt, einschliesslich der damit verknüpften Herausforderungen und «Good Practices».

Sicherheitskontrolle an Flughäfen: Von Röntgenstrahlen zu sozio-technischen Systemen

Dr. Sarah Merks

Ein sicherer Luftverkehr ist für Wirtschaft und Gesellschaft unverzichtbar. Flugzeuge sind aufgrund der grossen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen interessante Ziele für Terroristen. Um terroristische Angriffe und andere unrechtmässige Eingriffe gegen Flugzeuge zu verhindern, sind Sicherheitsmassnahmen und insbesondere Sicherheitskontrollen an Flughäfen sehr wichtig.

In diesem Referat werden Erkenntnisse im Technologiewandel von 2D-Röntgen- zu 3D-CT-Geräten bei der Kontrolle von aufgegebenem Gepäck und Handgepäck vorgestellt und praktische Auswirkungen für Sicherheitskontrollpunkte aufgezeigt. Zum Beispiel, wie durch einen ganzheitlichen und soziotechnischen Ansatz die Leistung des Mensch-Maschine-Systems bei der Röntgenkontrolle erhöht wird.

Wie gelingt die Überwachung von Sicherheitskultur bei Eisenbahnunternehmen durch die Sicherheitsaufsichtsbehörde?

MSc Monika Haug, Leitende Auditorin BAV

Die Schweizer Eisenbahnunternehmen sind gesetzlich verpflichtet, eine positive Sicherheitskultur im Rahmen ihres Sicherheitsmanagementsystems zu entwickeln. Dies wird in Zukunft durch die Sicherheitsaufsichtsbehörde BAV überwacht. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie diese Überwachung gelingen kann.

In diesem Referat werden die Voraussetzungen und Herausforderungen, wie auch mögliche Limitationen der Überwachung von Sicherheitskultur beleuchtet.

Wie ein Smart Sensor bei Älteren ein Zuhause finden kann: Vertrieb von AgeTech im B2B-Bereich

Prof. Dr. Anne Herrmann

Die Digitalisierung hält zunehmend Einzug in Alterswohnungen und in Pflegeeinrichtungen für Ältere. Für diese Zielgruppe entwickelte digitale Lösungen werden oft unter dem Begriff «AgeTech» zusammengefasst. Um diese – oft durchaus sehr nützlichen – Innovationen auf dem Markt erfolgreich zu positionieren, müssen die Motivationen, Barrieren und Bedürfnisse der Zielgruppe gut adressiert werden. Ausserdem müssen die Entscheidungsprozesse bei der Einführung der AgeTech-Innovation verstanden werden, um den Sales- und Vertriebsprozess darauf abzustimmen.

Dieser Beitrag zeigt am Beispiel eines Smart Sensors, wie dies gelingen kann. Ausserdem werden Handlungsempfehlungen für den B2B-Vertrieb generell und den AgeTech-Bereich im Besonderen abgeleitet.

Fachkräftemangel angehen: Berufe mittels Branding attraktiver gestalten

Prof. Dr. Dörte Resch

Viele Berufsbilder sind stereotyp geprägt. Dadurch interessieren sich viele Berufssuchende nicht für bestimmte Berufe, obwohl sie dafür geeignet wären. Gleichzeitig ist die Realität in den Berufsfeldern sehr vielfältig und somit für eine breite Zielgruppe interessant. Branding hat sich in den letzten Jahren besonders als Employer Branding für Arbeitgebende etabliert.

Wie ein identitätsfokussiertes Branding angewendet werden kann, um Berufe für eine breitere Zielgruppe attraktiver zu machen, wird in diesem Vortrag anhand von Projekten z. B. aus dem ICT-Bereich aufgezeigt.

STROTA: Reduktion der Informationsüberflutung in digitalen Teams

BSc Andrin Ruob

Eine vermehrt digitale Kommunikation ermöglicht einerseits, dass Informationen immer einfacher vermittelt werden können, birgt andererseits aber auch Schattenseiten: Die sogenannte «Informationsüberflutung» ist in vielen Organisationen eine weit verbreitete Problematik, welche zu Stress und hohem Druck bei der Arbeit führen kann.

In diesem Referat wird eine wissenschaftlich fundierte Intervention aufgezeigt, welche in der Praxis erfolgreich eine subjektiv wahrgenommene Überflutung von Informationen in einem digitalen Team zu reduzieren vermochte. Durch die Durchführung einer sogenannten strukturierten Online-Team-Intervention (STROTA) konnte das gemeinsame Wissen erweitert und dadurch das subjektive Empfinden einer Informationsüberflutung reduziert werden.

Boundary Management: Wie gelingt die Abgrenzung von Beruf und Privatleben?

Dr. Michaela Knecht, MSc Ida Ott, MSc Julia Widler

Arbeit immer und überall? Die Digitalisierung weicht die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben immer mehr auf. Diese Entwicklung stellt eine Chance dar – für mehr Flexibilität und damit eine aktive Gestaltung der Life Domain Balance. Sie birgt aber auch Risiken – für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

In diesem Beitrag werden unterschiedliche Ansatzpunkte zur Förderung von gesundheitsförderlichem Boundary Management diskutiert.

Soziale Roboter – Einsatzchancen und Risiken

Prof. Dr. Hartmut Schulze, MSc Alexandra Tanner, BSc Michelle Rüegg, BSc Andreas Urech

Roboter einer neuen Generation bieten im Dienstleistungs-, Service- und Pflegebereich neue Nutzenpotenziale. Diese Roboterart kann sich selbständig bewegen, über Sensoren Daten erheben und ist zusätzlich mit sozial-kommunikativen Funktionen ausgestattet. Soziale Roboter können u.a. in Anwendungsbereichen wie z. B. in Empfangsbereichen, in der Hotelrezeption, bei der Aktivierung betagter Menschen oder in der Aus- und Weiterbildung integriert in Teams verschiedene Aufgaben übernehmen und dadurch Menschen unterstützen.

Im Digital Innovation Lab, Kompetenzbereich «Social Robotics», können die Teilnehmenden soziale Roboter «live» erleben und deren Einsatzmöglichkeiten aber auch deren Herausforderungen kennenlernen.

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